HMG29 – Das Wildemänner-Geld

Eine Frau in Wildemann nimmt ihr kleines Mädchen an die Hand, die Stricke auf den Arm und will trockene Äste aus dem Walde holen. Nun kommen sie hin, wo trockenes Holz ist, die Frau legt die Stricke ab, das Kind setzt sich dabei, und die Mutter sucht Äste.

Aus langer Weile nimmt das Kind ein Ästchen und gräbt damit in die Erde hinein. Da kommt zuerst ein Zweimariengroschenstück, dann ein Viergroschenstück, dann ein Ortsthaler zum Vorschein und es gräbt in seiner Freude fort und fort, bis seine Mutter kommt. Die Mutter steht mit einem mal bei ihm, verwundert sich über die Arbeit und das Glück des Kindes, sagt aber kein Wort, weil sie weiß, was das Sprechen dabei für Folgen hat. Da erblickt das Kind seine Mutter und sagt ganz glücklich: Sie, Mutter wie viel Geld ich gefunden hab. Sie zählen es und es sind vier Thaler, vierundzwanzig Groschen. Nun graben sie noch weiter und tiefer, haben aber keinen Pfennig mehr gefunden.

(von August Ey)

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