HMG17 – Der Grasmäher ein Hund

Vor langen Jahren mähten ein paar Bergleute Gras mit einander. Oft hatte der eine des andern Appetit bewundert und gesagt: Wo du das viele Essen lä’t, kann ich nicht begreifen. Wie nun Vesperzeit war, legten sie ihre Sensen hin, und der Vielfraß sagte zum andern: Bleib hier, ich will einmal ins Holz. Sie waren nicht weit vom Schindanger. Er ging. Der andere ahnte nichts Gutes und schlich sich deshalb unbemerkt dahinter her.

Bald darauf sah er zu seiner Verwunderung, daß der erste bei einem ausgeschleppten und abgedeckten Pferde stand, einen Riemen aus der Tasche zog, diesen umband und gleich darauf in einen großen schwarzen Hund verwandelt wurde. Vergierig stürzte sich dieses Geschöpf auf das Aas, fing heißhungrig an zu fressen, bis die halbe Pferdekeule verzehrt war. Dann that er, als wenn er sich einige Haare aus der Seite rupfte und war in dem Augenblick der frühere Mensch wieder.

Alsdann kam er langsam zurück und begegnete jetzt seinem Kameraden, der noch stumm und starr da stand. Der aber sagte: Jetzt habe ich gesehen, woher es kommt, daß du soviel beischlagen kannst. Du hast einen Hundemagen; ich habe Alles gesehen, was du gemacht hast und – indem er noch weiter sprechen wollte, war sein Kamerad verschwunden und Niemand hat je wieder davon etwas gesehen und gehört.

(von August Ey)

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